Im Trüffelland

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Trüffel in Deutschland!? Bis vor wenigen Jahren hätte diese Behauptung nur ungläubiges Kopfschütteln verursacht. Aber seitdem Trüffelfunde bundesweit publiziert werden, interessieren sich immer mehr Menschen für diesen besonderen Pilz. Die Frankfurter Rundschau  titelte sogar im Jahr 2013 „Trüffelland Deutschland„. Es ist bis heute nicht geklärt, wie das Wissen um Trüffelvorkommen in Deutschland in Vergessenheit geraten konnte, denn es gab bis zum 19. Jahrhundert sogar einen regen Export von Trüffeln nach Frankreich. Heute hingegen herrscht in Deutschland die besondere rechtliche Situation, dass die Entnahme von Trüffeln aus dem Boden nach dem Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich verboten ist.

Wichtig ist deshalb zu betonen, dass wir im Besitz einer Ausnahmegenehmigung durch die Obere Naturschutzbehörde von Rheinland-Pfalz sind, die uns erlaubt, Trüffeln der Natur zu entnehmen. Die Vermarktung ist allerdings auch uns verboten.

Diese Internetpräsenz möchte nun alle Informationen zum Thema „Trüffel in Deutschland“ sammeln und publizieren. Daneben werden die Ergebnisse zum Forschungsthema „Trüffeln im Ahrtal“ in Zusammenarbeit mit biotop consulting sinzig zeitnah veröffentlicht. So ist ihre Aufgabe, die vorhandenen Erkenntnisse überparteilich und unabhängig zusammenzuführen und zu sichten, quasi den Statusquo der Trüffelszene abzubilden, denn es gibt in Deutschland sogar schon zwei Trüffelpäpste. Auffallend ist auch, dass der kommerzielle Aspekt in den meisten Fällen im Vordergrund steht, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Eine wirkliche Trüffelexpertin sagt: „Das Mysterium Trüffel lebt weiter und bis heute sind viele Dinge nicht aufgeklärt und die Faszination, welche Trüffeln ausstrahlen, ungebrochen. Das Wissen darüber wird stets ausgeweitet … „.

Inhaltlich geht es nicht nur um die Trüffeln im engeren Sinn, sondern auch um die Trüffelsuche mit Hunden und die Möglichkeiten der Trüffelkultivierung, und auch der kulinarische Aspekt soll nicht zu kurz kommen. Und seit März 2017 gibt es eine Trüffelhauptstadt in Deutschland: Sinzig am Rhein.

 

 

 

Über Trüffeln

Die Trüffel zählt zu den Schlauchpilzen. Sie sind damit wie alle Pilze weder Tiere noch Pflanzen, denn sie ernähren sich wie Tiere von von organischen Nährstoffen, und zur Speicherung von Kohlenhydraten verwenden sie Polysaccharid Glykogen, Pflanzen verwenden dafür Stärke. Da sie aber kein Chlorophyll besitzen, kann auch keine Photosynthese stattfinden wie im Pflanzenreich. Außerdem bestehen die Zellwände aus Chitin, das gibt es im Pflanzenreich nicht, aber bei den Tieren. Die Systematik der Trüffeln sieht so aus (zit. Nach Wikipedia „Trüffel“):

Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Pezizomycetes
Ordnung: Becherlingsartige (Pezizales)
Familie: Trüffelverwandte (Tuberaceae)
Gattung: Echte Trüffeln

Zur genauen Bestimmung der Trüffeln verweise ich auf die Webseite von Christian Gold , der alle Trüffeln, die er in Deutschland gefunden hat, genau bestimmt hat.

Die Echten Trüffeln wachsen unterirdisch, sie bilden kugelig-knollige Fruchtkörper. „Ihre Oberfläche ist häufig höckerig, das Trama ist fleischig-zäh und gelblich bis dunkelbraun gefärbt, es kann vollfleischig oder mit Hohlräumen versehen sein. Die Gleba ist durch verschiedenfarbige Adern marmoriert, helle Adern, die sogenannten „Venae externae“ münden an der Oberfläche der Fruchtkörper. Auffällig ist der oft starke Geruch der Fruchtkörper.“ (a.a.O.)

Arten (zit. nach Wikipedia)

Die Gattung umfasst 86 Arten.[3] In Europa kommen rund 30 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten.[4]

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Olivbraune Trüffel Tuber anniae W. Colgan & Trappe 1997
Mittelmeer-Trüffel Tuber asa Tulasne 1851
Bellones Trüffel Tuber bellonei
beschrieben als „Bellonae“
Quélet 1888
Weiße Weitmaschen-Trüffel Tuber bernardinii L. Gori 2003
Sommer- oder Burgunder-Trüffel Tuber blotii Eudes-Deslongchamps 1824
Weißliche Trüffel Tuber borchii Vittadini 1831
Winter-Trüffel Tuber brumale Vittadini 1831
Zistrosen-Trüffel Tuber cistophilum P. Alvarado, G. Moreno, Manjón, Gelpi & J. Muñoz 2012
Erdigriechende Trüffel Tuber decipiens Bozac, Širić & Kos 2012
Knotige Trüffel Tuber donnagotto Bozac, Širić & Kos 2012
Schlesische Trüffel Tuber dryophilum Tulasne 1844
Ausgehöhlte Trüffel Tuber excavatum Vittadini 1831
Helle Zwerg-Trüffel Tuber exiguum R. Hesse 1891
Stinkende Trüffel Tuber foetidum Vittadini 1831
Orangerote oder Orangebraune Hart-Trüffel Tuber fulgens
Gennadis Trüffel Tuber gennadi (Chatin 1896) Patouillard 1903
Flaumige Trüffel Tuber gibbosum Harkness 1899
Großsporige oder Rheinische Trüffel Tuber macrosporum Vittadini 1831
Gefleckte Trüffel Tuber maculatum Vittadini 1831
Italienische, Piemont-, Alba- oder Weiße Trüffel Tuber magnatum (Pico 1788) Vittadini 1831
Weiche Trüffel Tuber malacodermum Fischer 1923
Malencons Trüffel Tuber malenconii Donadini, Riousset, G. Riousset & G. Chevalier 1979
Périgord- oder Schwarze Trüffel Tuber melanosporum Vittadini 1831
Glattsporige Trüffel Tuber melosporum (G. Moreno, J. Díez & Manjón 2000) P. Alvarado, G. Moreno, J.L. Manjón & Díez 2012
Teer-Trüffel oder Schwarze Gekröse-Trüffel Tuber mesentericum Vittadini 1831
Kleinsporige Trüffel Tuber microsporum Vittadini 1831
Feinnetzsporige Trüffel Tuber multimaculatum Parladé, Trappe & I.F. Alvarez in I.F. Alvarez et al. 1993 (‚1992‘)
Gelbbraune Trüffel Tuber nitidum Vittadini 1831
Sporenarme Trüffel Tuber oligospermum (Tulasne & C. Tulasne 1851) Trappe 1979
Kokosnuss-Trüffel Tuber panniferum Tulasne & C. Tulasne 1851
Chinesische Hohl-Trüffel Tuber pseudoexcavatum Y. Wang, G. Moreno, Riousset, Manjón & G. Riousset 1998
Flaumhaarige Zwerg-Trüffel Tuber puberulum Berkeley & Broome 1846
Meerrettich-Trüffel Tuber rapaeodorum Tulasne 1843
Haselnussgroße Trüffel Tuber regianum Montecchi & Lazzari 1987
Requiens Trüffel Tuber requienii Tulasne & C. Tulasne 1851
Rotbräunliche Trüffel Tuber rufum Pollini 1816

Grafik übernommen vonThomas Wittich (www.trueffeljule.de)

Trüffeln kommen an wärmebegünstigten Standorten vor und leben dort in Symbiose mit Eichen und Haselnusssträuchern oder Buchen. Der Boden muss alkalisch, kalkhaltig und feucht, aber nicht zu feucht sein, sodass eindeutig helle und sonnige Plätze bevorzugt werden. Unter den Bäumen bildet sich ein sog. Brulet, das ist eine vegetationsfreie, runde Fläche: ein untrügliches Zeichen für das Vorhandensein der Mykorrhiza. Das Brulet entsteht deshalb, weil die Trüffeln Mineralstoffe und Wasser dem Boden in größerem Maße entziehen, als es dem Baum/Strauch alleine möglich wäre.

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Kurzcharakteristik bedeutender Arten

Tuber aestivum (Sommertrüffel)

Es ist die in Europa am häufigsten vorkommende Art, man findet sie in den Sommermonaten bis in den Oktober hinein. Es ist die gleiche Art wie die Burgunder-Trüffel, man erkennt sie aber daran, dass das Fruchtfleisch heller ist und von relativ dicken Adern durchzogen ist. Diese Trüffel riecht leicht nach Knoblauch.

Tuber uncinatum (Burgundertrüffel)

Symbiose - 1
Hier sieht man sehr schün, wie die Trüffel symbiotisch mir der Wurzel verbunden ist. (c) 2016 H. Stüßer

Man erkennt sie an der tiefgefurchten, schwarzen Rinde, das Innere ist dunkel- bis schokoladenbraun. Die Adern sind weiß, dicht und verzweigt. Sie hat einen stark pilz- und haselnussartigen Geruch. Der Geschmack ist leicht bitter. Man findet sie von Oktober bis Februar/März.

Tuber brumale (Wintertrüffel)

Man kann sie zur selben Zeit wie den Burgundertrüffel finden, aber nicht beide am selben Standort. Das Fruchtfleisch ist etwas heller, sie hat einen leichten Muskatgeschmack, deshalb wird sie auch Muskattrüffel genannt. Man kann sie auch dadurch unterscheiden, dass sich die Oberhaut vom Fruchtfleisch bei einem reifen Exemplar leicht lösen lässt. Geschmacklich erinnert diese Trüffel auch an Knoblauch und Rüben oder vergorene Früchte, das schein standortabhängig u sein, denn die einschlägigen Angaben in der Literatur widersprechen sich teilweise.

Gencode der Perigord-Trüffel entschlüsselt

Im Jahr 2010 entzifferten Forscher des Nationalen Instituts für Agrarforschung in Frankreich den genetischen Code der  Perigord-Trüffel. Ziel ist es, eine Datenbank anzulegen, in der die Gen-Codes aller Trüffeln gespeichert werden. Damit ist es dann möglich, Fälschungen mit Sicherheit zu entlarven. Der Gen-Code wurde in der Zeitschrift nature veröffentlicht. Weitere Details kann man dort nachlesen.

 

 

 

Ein kleiner Film von Denise Stalder über die Trüffelsuche:

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Diese Frage möchte ich mit folgendem Vergleich beantworten: Kann jeder Mensch singen? Die Antwort lautet „JA“. Wollen alle Menschen singen? Nein. Genauso ist es mit den Hunden. Natürlich hat jeder Hund ein Riechvermögen, das 1000mal besser ist als unseres, er kann bestimmt Trüffeln riechen, aber er interessiert sich vielleicht nicht dafür. Dann hat es auch wenig Zweck, ihn dahin zu zwingen. Das Trüffelsuchen – sofern es erlaubt ist – sollte man berufeneren Hunderassen überlassen. (vgl. hierzu: Trüffelsuche)

Aber sicher. Das Wissen darum geriet leider in Vergessenheit. Warum, weiß man nicht, es gibt abenteuerliche Erklärungsversuche, aber keiner weiß es genau. Im Norden Europas sind schon in Finnland Trüffeln gefunden worden. Da in Deutschland die potentielle natürliche Vegetation (hpnV) ein Eichen-Hainbuchenwald ist, findet man überall, wo der Boden kalkreich ist auch Trüffeln.

Nein, im engeren Sinn des Wortes nicht, wie man etwa Champignons züchten kann. In Frankreich wurde allerdings ein Verfahren entwickelt, das man „Mykorizierung“ nennt. Dabei werden mit Trüfffelsporen beimpfte Bäumchen ausgepflanzt. Mit dem Wachsen der Baüme und der Wurzeln wächst auch das Mycel und so entsteht die Voraussetzung für das Wachsen von Trüffeln.

Trüffel-Galerien

Trüffel-Comics von Alessandro Pistonesi

Trüffel-Comics von Alessandro Pistonesi

 

Alle Bilder © 2016 Alessandro Pistonesi

 

 

Trüffel-Fotos von Hanns Stüßer

Trüffel-Fotos von Hanns Stüßer

 

Alle Fotos © 2015 Hanns Stüßer

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