Im Trüffelland

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Im Trüffelland

Im Trüffelland

Trüffel in Deutschland!? Bis vor wenigen Jahren hätte diese Behauptung nur ungläubiges Kopfschütteln verursacht. Aber seitdem Trüffelfunde bundesweit publiziert werden, interessieren sich immer mehr Menschen für diesen besonderen Pilz. Die Frankfurter Rundschau  titelte sogar im Jahr 2013 “Trüffelland Deutschland“. Es ist bis heute nicht geklärt, wie das Wissen um Trüffelvorkommen in Deutschland in Vergessenheit geraten konnte, denn es gab bis zum 19. Jahrhundert sogar einen regen Export von Trüffeln nach Frankreich. Heute hingegen herrscht in Deutschland die besondere rechtliche Situation, dass die Entnahme von Trüffeln aus dem Boden nach dem Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich verboten ist.

Wichtig ist deshalb zu betonen, dass wir im Besitz einer Ausnahmegenehmigung durch die Obere Naturschutzbehörde von Rheinland-Pfalz sind, die uns erlaubt, Trüffeln der Natur zu entnehmen. Die Vermarktung ist allerdings auch uns verboten.

Diese Internetpräsenz möchte nun alle Informationen zum Thema “Trüffel in Deutschland” sammeln und publizieren. Daneben werden die Ergebnisse zum Forschungsthema “Trüffeln im Ahrtal” in Zusammenarbeit mit biotop consulting sinzig zeitnah veröffentlicht. So ist ihre Aufgabe, die vorhandenen Erkenntnisse überparteilich und unabhängig zusammenzuführen und zu sichten, quasi den Statusquo der Trüffelszene abzubilden, denn es gibt in Deutschland sogar schon zwei Trüffelpäpste. Auffallend ist auch, dass der kommerzielle Aspekt in den meisten Fällen im Vordergrund steht, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Eine wirkliche Trüffelexpertin sagt: “Das Mysterium Trüffel lebt weiter und bis heute sind viele Dinge nicht aufgeklärt und die Faszination, welche Trüffeln ausstrahlen, ungebrochen. Das Wissen darüber wird stets ausgeweitet … “.

Inhaltlich geht es nicht nur um die Trüffeln im engeren Sinn, sondern auch um die Trüffelsuche mit Hunden und die Möglichkeiten der Trüffelkultivierung, und auch der kulinarische Aspekt soll nicht zu kurz kommen. Und seit März 2017 gibt es eine Trüffelhauptstadt in Deutschland: Sinzig am Rhein.

1. Private Trüffelkultur im Rheinland (Sinzig)

1. Private Trüffelkultur im Rheinland (Sinzig)

Wir schreiben das Jahr 2007, in Sinzig am Rhein wird die erste private Trüffelkultur in Deutschland angelegt. Wie man auf den Bildern verfolgen kann, entwickelt sie sich prächtig. Es wurden mykorrhizierte Eichen und Hasel gepflanzt. Zu diesem Zeitpunkt konnte man in Deutschland noch keine mykorrhizierten Trüffelbäume kaufen, deshalb mussten die Pflanzen aus Frankreich (Lothringen) importiert werden. Die Anlage einer Trüffelkultur wird hier sehr ausführlich beschrieben.

Der Zustand der Trüffelkultur nach dem Herbstschnitt wird im Filgenden dokumentiert:

Geologische Voraussetzungen in Deutschland

Geologische Voraussetzungen in Deutschland

Vom Eiszeitwind zur Trüffelknolle

Exklusivbeitrag von Susanne Brüning-Schmitz (AhrGeoTouren)

Voraussetzungen für eine besondere Eignung als Trüffelstandort

Schon in einer einschlägigen Veröffentlichung über Trüffel von 1894 heißt es: „Dass Deutschland weniger Arten als Frankreich besitze, ist bei der Mannigfaltigkeit des deutschen Klimas, Bodens etc. nicht anzunehmen…“

Das Klima, in dem niemals Trüffel gedeihen würden, schuf ausgerechnet die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Trüffel gedeihen. Dieses scheinbare Paradoxon lässt sich ganz leicht hier auflösen….

Abb1Dafür müssen wir einige 100.000 Jahre in die Vergangenheit marschieren, um zu erkennen, warum die Trüffel hier gedeiht.

Damals befand sich hier eine Trundrenlandschaft mit leichter Grasbedeckung wie heute in Sibirien. Es herrschten eisige Zeiten: Die Januartemperaturen erreichten durchschnittlich minus 27 Grad Celsius, im Juli lagen sie unter fünf Grad Celsius. Man kann das damalige Klima und die Vegetation in etwa mit dem Klima im arktischen Spitzbergen vergleichen. Hier beginnt eigentlich die Geschichte der Trüffel. Doch was war vorher?

Abb2Viele Millionen Jahre zuvor war das Klima tropisch, die Schieferböden, entstanden aus ehemaligen Meeresablagerungen, verwitterten tiefgründig zu den heute an vielen Stellen sichtbaren hellgrauen Verwitterungsböden.

Abb3Gegen Ende des Tertiärs kühlte es merklich ab, nach und nach entwickelte sich schon die Klimadifferenzierung mit Sommer und Winter. Doch die Klimaschwankungen wurden immer extremer, die in den Eiszeiten, wie wir sie kennen, gipfelten. Dies begann vor ca. 2 Millionen Jahren.

So entwickelte sich aus den subtropischen Wäldern eine Tundrenlandschaft mit spärlicher Grasbedeckung.

Abb4Im Norden waren Skandinavien und England durch große Gletscher zeitweise miteinander verbunden. 3 x schob sich die Gletscherfront bis nach N-Deutschland vor. Während der Saale-Eiszeit vor ca. 200.000 Jahren hätte man sogar bei Düsseldorf eine Gletscherwanderung machen können.

Im Süden waren die Alpen vergletschert.

Die Eiszeiten dauerten jeweils etwa 100.000 Jahre, die Warmzeiten nur 10.000 bis 20.000 Jahre.

Die letzte Eiszeit, die Weichsel-Eiszeit, endete bei uns vor etwa 14.000 Jahren. Der Gletscher verschwand in den nächsten 5000 Jahren. Wir befinden uns also in einer Warmzeit.

Während der Eiszeiten entstanden hier die heutigen sauren Braunerdeböden durch frostverwitternde Schiefer. Doch die sind keine guten Voraussetzungen für das Gedeihen der Trüffel. Während der Eiszeiten wurde das geschaffen, was nicht nur der Trüffel hier zum Wachstum dient, sondern auch den Anbau landwirtschaftlicher Produkte insgesamt erleichtert: der Löss.

Löss kennt jeder, doch kaum jemand weiß, was es mit diesem für Mitteleuropa so wichtigen Boden auf sich hat. Löss ist das Verbindungsglied zwischen der Eiszeit und dem Trüffel.

Wie ist er entstanden? Die Gletscher schleiften bei ihrem Vorschub nach Süden den Untergrund, die Schmelzbäche trugen das feine Material in die Gletschertäler, wo sie abgelagert wurden und dann durch die Fallwinde vor der Gletscherfront ausgeweht wurden. Sie trugen es weit bis ins Vorland der Gletschergebiete, wo es dann in Gebieten mit niedriger Vegetationsdecke, besonders in den Grassteppen, abgelagert wurde.

Es ist der Streifen zwischen den Gletschern des Skandinavischen Schildes und der Alpengletscher, wo der feine Gesteinsstaub abgelagert wurde.

Dies geschah im Spätsommer und Herbst, bevor die Erdoberfläche von Schnee bedeckt war. Damit der Löss auch liegen bleibt, sind sog. Lössfänger von Nöten, meist Gras. Ansonsten wird er wieder weggeweht. Es herrschte damals hier eine kalte und trockene Steppenvegetation, ähnlich wie heute in N-Kanada, Alaska und Spitzbergen. Während der Warmzeiten entstanden die Laubwälder, so dass die Auswehung von Löß endete und der Löß an der Bodenbildung teilnahm. An Bodenbildungshorizonten kann man die Abfolge der Kalt- und Warmzeiten heute ablesen. Löss befindet sich heute nur in Bereichen unter 300-400 m ü NN.

Löss kommt heute stellenweise in M-Europa vor, z.B. am Kaiserstuhl, wo er mit der Bildung von Hohlwegen besonders landschaftsprägend ist.

Löss hat sich z.B. auch im Ahrtal an geschützten Hängen gehalten und kommt dann mit relativ hoher Mächtigkeit vor. Löss weist im Ahrtal Mächtigkeiten bis zu ca. 10 m auf.

Inselförmige Lößablagerungen mit geringer Mächtigkeit finden sich über das gesamte Gebiet verteilt. Auch hier erkennt man den Löß an der Hohlwegbildung oder Steilhängen.

Abb6Was ist Löss eigentlich?

Löss hat eine äußerst feinkörnige, staubige Beschaffenheit und besteht aus tonig-sandigem Material. Meist sind es winzige Quarzkörnchen; daneben treten auch andere Minerale auf, u.a. Kalk (Calciumcarbonat bis zu 30%) – und das ist genau das, was die Trüffel so liebt – Kalk im Boden.

Reiner Löss ist aufgrund des feinsandigen Gehaltes sehr locker und weist damit ein großes Porenvolumen auf. Dadurch weist Löss eine gute Wasserleitfähigkeit aus ohne Staunässe zu erzeugen. Im feuchten Zustand (er kann viel Wasser aufnehmen) kann er jedoch leichter abgetragen werden und bildet dann Rinnen oder Hohlwege.

Durch vorübergehende Lösung und erneute Ausfällung von Calciumcarbonat werden einzelne Staubkörnchen umhüllt und verkittet. Dies bewirkt die hohe Stabilität mächtiger Lößschichten und erhält die Kapillarstruktur. Im trockenen Zustand ist der Löß stabil und kann sogar steile Hänge bilden.

Durch diese Eigenschaften ist der Löss sehr fruchtbar.

Die aus Löss entstandenen Böden – in Mitteleuropa Parabraunerden und Braunerden – gehören zu den fruchtbarsten Böden überhaupt.

Nach dem Ende der Eiszeit bildeten sich auch erst die heutigen typischen Saure Braunerdeböden heraus: die Schiefer verwitterten unter dem wärmeren Klima zu den typisch braunen Böden, die sich auch heute noch bilden: lehmiger Schieferboden mit vielen Tonmineralen – durch physikalischen Zerfall, Mineralumbildung, Humusbildung, Verbraunung und Verlehmung. Sie sind sauer und bereichsweise relativ nährstoffreich, wenn der Boden aus frischen, vorher unverwitterten Schiefer hervorgeht.

Abb8Löss kommt hier selten in reiner Form vor. Oft ist der umgelagert und vermischt mit dem sauren Braunerdeböden der Schiefer.

Oder er ist an der Oberfläche entkalkt durch die Niederschläge, die den Kalk auswaschen. Dann wird er zu Lösslehm, der durch die Oxidation der Fe-Verbindungen zudem gelbbraun wird. Er kann auch mit dem Braunerdeboden vermischt sein. Somit variiert der Kalkgehalt der Böden sehr stark hier im Ahrtal und hängt letztlich vom Gehalt an unverwittertem Löss ab.

Man vermutet jedoch, dass der Trüffel mit einem Minimum an Kalk schon gedeihen kann. Dabei sollte der pH-Wert mindestens 7 sein, also eine beginnende Alkalität.

Die Trüffel bevorzugt die Hanglagen, da sich dort keine Staunässe bilden kann. Die recht hohe Sonnenscheindauer gewährleistet nicht nur das Gedeihen eines guten Weines, sondern bildet auch für das Gedeihen der Trüffel eine gute Voraussetzung.

Nach der letzten Eiszeit vor ca. 14.000 a bildete sich in unserer Region auch das typische Klima heraus: ein feuchtgemäßigtes atlantisches Klima, d.h. vom Meer beeinflusstes Klima (warme Winde vom Atlantik) mit milden Wintern und warmen Sommern. (Abb. Klimazonen Europas). Die warmen Luftströmungen, die sich selbst im nördlichen Europa noch auswirken, entstehen überwiegend durch den Golfstrom, der das warme Wasser vom Golf von Mexiko bis zur westlichen Küste von Europa führt. Da sich ein Großteil des Kontinentes innerhalb eines Radius von 500 km zum Atlantik befindet und kein Gebirgszug die Winde aufhält, wird so die kontinentale Landmasse erwärmt. Es ist ständig feucht. Der Trüffel liebt die regelmäßigen Niederschläge, der hier im Ahrtal mit durchschnittlich 600 mm relativ gering ist.

Nach der letzten Eiszeit bildete sich die natürliche Vegetation in unserem humiden-subatlantischen Klimabereich heraus: Eiche, Buche, Hainbuche, Haselnuss, Birken, Linden, Schwarze Kiefer, Obstgehölze u.a. An den Feinwurzeln dieser Bäume gedeiht die heimische Burgundertrüffel Tuber uncinatum besonders gut.

Außerdem liebt sie einen leicht schattigen Standort, so dass leicht bewaldete Gebiete eine gute Voraussetzung bilden.

Zusammenfassung

Natürliche Voraussetzungen für das Gedeihen der (Burgunder-)Trüffel:

  • Eiszeiten: Löß, der sich dem Schieferboden beimengt
  • Subatlantisches Klima
  • Typische mitteleuropäische Vegetation wie Buchen, Eichen, Obstgehölze

truellelimboden
Trüffel im typischen Braunerde-Boden

Nicht, dass Sie aber jetzt denken, jetzt schau ich mir an, wo es Löss gibt und dann finde ich auch Trüffel…Dazu bedarf es immer noch einer guten Spürnase – z.B. der eines Lagottos.

Im Süden

Im Süden

Franken soll Trüffelland werden

 So lautet eine Schlagzeile im Rheinischen Merkur 2013. Hier die wichtigsten Zitate: […] Die Bayerische Landesanstalt DSCF0809für Weinbau und Gartenbau (LWG) will Franken zur Trüffelregion machen. In einem nicht mehr genutzten Weinberg in Veitshöchheim (Landkreis Würzburg) ließ sie 117 „Trüffelbäume“ pflanzen – Haselnusssträucher und Eichen, deren Wurzeln mit dem Pilzgeflecht des Burgundertrüffels geimpft wurden.

Das Pilotprojekt solle auch andere Winzer und Obstbauern dazu animieren, Trüffelkulturen anzulegen, teilte die LWG am Freitag mit. Die Pflanzung wird wissenschaftlich begleitet und soll testen, ob sich der Anbau auch kommerziell rechnet.

Der Muschelkalkboden der Region sei gut geeignet für die Trüffelzucht, sagte LWG-Vizepräsident Hermann Kolesch. „Probesammlungen zeigen, dass die Qualität ausgesprochen gut ist.“

  […] „Franken ist Trüffelland und in ganz Deutschland auch der wohl beste Standort für den Pilz“, erklärte Professor Theo Eberhard von der Hochschule München.

Ein anderer hat die Trüffeln in Süddeutschland schon vor Jahren entdeckt: Angelo Pellegrini, seines Zeichens Gastronom und Trüffelreferent. In seiner Trattorie Tizio finden regelmäßig Trüffelseminare statt und es werden Trüffelgerichte angeboten. Er ist auch zusammen mit Denise Stalder der Autor eines bekannten und einzigartigen Buches über Trüffel und Trüffelhunde.

Trüffelbäume aus Deutschland

Auch in Süddeutschland, nämlich in Radolfzell, ist die Firma. “Deutsche Trüffelbäume” beheimatet, die 2007 von Ludger Sproll und Ulrich Stobbe gegründet wurde.

Ludger Sproll ist Hobbypilzsucher und hat das Trüffelsuchen in Italien gelernt. Jahrelang erkundete er zusammen mit dem Forstbotaniker Ulrich Stobbe Trüffelvorkommen in Süddeutschland.

Insgesamt haben die beiden Forscher an 121 Orten in Baden-Württemberg sieben Trüffelarten nachgewiesen: im milden Klima der Rheinebene, aber auch auf der Schwäbischen Alb auf bis zu 850 Meter Höhe. Darunter sogar zwei, die laut Ulrich Stobbe als ausgestorben galten: die Teertrüffel und die Großsporige Trüffel.” Die Veröffentlichungen der beiden sind hier zusammengestellt.

Sie wollen mit ihrer Firma private Investoren unterstützen, die Trüffelkulturen anlegen wollen.  Sie bieten einen Full-Service von der Anpflanzung über die Pflege bis zur Ernte der Trüffelkultur.

Ein Film über Ludger Sproll und Ulrich Stobbe:

https://www.youtube.com/watch?v=2Yk3qLJFJAw

Sie gründeten am 3. Mai 2014 den Verband für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland e.V.. Die erste Verbandstagung fand im Oktober 2014 in Freiburg statt. Ein Bericht über die Verbandstagung ist veröffentlicht. Folgende Vorträge wurden dort gehalten und können hier downgeloaded werden:

Rechtssituation des Burgundertrüffels und Spielräume für eine Nutzung – Dr. Bernd J. Seitz

Naturschutz und Trüffelnutzung – Dr. Holger Hunger

Trüffelgeschichte in Deutschland – Dr. Willy Tegel

Kontamination mit Caesium

Ein Problem besonders in Süddeutschland, das nicht verschwiegen werden sollte, ist die Kontamination von Waldpilzen und damit auch Trüffeln mit Radiocäsium (CS137). Dabei wurde nachgewiesen, dass sich die Kontamination zwischen 1984 und 2004 sogar erhöht hat. Den vollständigen Untersuchungsbericht kann man hier downloaden.

 

Im Norden

Im Norden

Selbst im Norden Deutschlands wachsen Trüffel. 2013 wurde in Schleswig-Holstein die Perogord-Trüffel (T. melanosporum) nachgewiesen (Z. Mykol. 79(2): 489-495 (2013)). Man vermutet, dass die Klimaveränderung die Wanderung des Pilzes nach Norden begünstigt, während in den klassischen Gebieten die Verbreitung  rückläufig ist.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es im Leinebergland schon eine Trüffelplantage gibt. Fabian Sievers hat in Hannover ein “Kompetenzzentrum Trüffelanbau” gegründet. Er berät Interessenten bei der Anlage von Trüffelplantagen, verkauft mykorrhizierte Bäume und veranstaltet Trüffelseminare.  Er sieht die landwirtschaftliche Nutzung der Trüffel als eine Chance für Natur und Umwelt. Er hat es geschafft, dass in Niedersachsen als erstem Bundesland Trüffelplantagen als ordnungsgemäße Landwirtschaft anerkannt werden.

F. Sievers arbeitet daran, dass in Deutschland eine neue Trüffel-Lobby entsteht, deshalb versteht er sich als Teil eines Netzwerks für Trüffel in Deutschland.

Ebenfalls in Niedersachsen (Salzgitter) beheimatet ist der Pilzkundler und -sachverständige Dieter Honstraß, der auch Trüffel-Papst genannt wird. Als Pilzkundler interessiert ihn offensichtlich sowohl der biologische als auch der kommerzielle Aspekt der Trüffeln. Überall in Deutschland hält er seine Pilzseminare ab, bei denen es oft auch um Trüffel geht, nach dem Motto die “Pilzschule kommt auch zu Ihnen”.  Dabei ist die Burgundertrüffel für ihn ein “Jahrhundert-Pilz”.  Seine Vortragstätigkeit hat ihn sogar schon nach Australien geführt.

Über Trüffeln

Die Trüffel zählt zu den Schlauchpilzen. Sie sind damit wie alle Pilze weder Tiere noch Pflanzen, denn sie ernähren sich wie Tiere von von organischen Nährstoffen, und zur Speicherung von Kohlenhydraten verwenden sie Polysaccharid Glykogen, Pflanzen verwenden dafür Stärke. Da sie aber kein Chlorophyll besitzen, kann auch keine Photosynthese stattfinden wie im Pflanzenreich. Außerdem bestehen die Zellwände aus Chitin, das gibt es im Pflanzenreich nicht, aber bei den Tieren. Die Systematik der Trüffeln sieht so aus (zit. Nach Wikipedia „Trüffel“):

Abteilung:Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung:Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse:Pezizomycetes
Ordnung:Becherlingsartige (Pezizales)
Familie:Trüffelverwandte (Tuberaceae)
Gattung:Echte Trüffeln

Zur genauen Bestimmung der Trüffeln verweise ich auf die Webseite von Christian Gold , der alle Trüffeln, die er in Deutschland gefunden hat, genau bestimmt hat.

Die Echten Trüffeln wachsen unterirdisch, sie bilden kugelig-knollige Fruchtkörper. „Ihre Oberfläche ist häufig höckerig, das Trama ist fleischig-zäh und gelblich bis dunkelbraun gefärbt, es kann vollfleischig oder mit Hohlräumen versehen sein. Die Gleba ist durch verschiedenfarbige Adern marmoriert, helle Adern, die sogenannten „Venae externae“ münden an der Oberfläche der Fruchtkörper. Auffällig ist der oft starke Geruch der Fruchtkörper.“ (a.a.O.)

Arten (zit. nach Wikipedia)

Die Gattung umfasst 86 Arten.[3] In Europa kommen rund 30 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten.[4]

Deutscher NameWissenschaftlicher NameAutorenzitat
Olivbraune TrüffelTuber anniaeW. Colgan & Trappe 1997
Mittelmeer-TrüffelTuber asaTulasne 1851
Bellones TrüffelTuber bellonei
beschrieben als „Bellonae“
Quélet 1888
Weiße Weitmaschen-TrüffelTuber bernardiniiL. Gori 2003
Sommer- oder Burgunder-TrüffelTuber blotiiEudes-Deslongchamps 1824
Weißliche TrüffelTuber borchiiVittadini 1831
Winter-TrüffelTuber brumaleVittadini 1831
Zistrosen-TrüffelTuber cistophilumP. Alvarado, G. Moreno, Manjón, Gelpi & J. Muñoz 2012
Erdigriechende TrüffelTuber decipiensBozac, Širić & Kos 2012
Knotige TrüffelTuber donnagottoBozac, Širić & Kos 2012
Schlesische TrüffelTuber dryophilumTulasne 1844
Ausgehöhlte TrüffelTuber excavatumVittadini 1831
Helle Zwerg-TrüffelTuber exiguumR. Hesse 1891
Stinkende TrüffelTuber foetidumVittadini 1831
Orangerote oder Orangebraune Hart-TrüffelTuber fulgens
Gennadis TrüffelTuber gennadi(Chatin 1896) Patouillard 1903
Flaumige TrüffelTuber gibbosumHarkness 1899
Großsporige oder Rheinische TrüffelTuber macrosporumVittadini 1831
Gefleckte TrüffelTuber maculatumVittadini 1831
Italienische, Piemont-, Alba- oder Weiße TrüffelTuber magnatum(Pico 1788) Vittadini 1831
Weiche TrüffelTuber malacodermumFischer 1923
Malencons TrüffelTuber malenconiiDonadini, Riousset, G. Riousset & G. Chevalier 1979
Périgord- oder Schwarze TrüffelTuber melanosporumVittadini 1831
Glattsporige TrüffelTuber melosporum(G. Moreno, J. Díez & Manjón 2000) P. Alvarado, G. Moreno, J.L. Manjón & Díez 2012
Teer-Trüffel oder Schwarze Gekröse-TrüffelTuber mesentericumVittadini 1831
Kleinsporige TrüffelTuber microsporumVittadini 1831
Feinnetzsporige TrüffelTuber multimaculatumParladé, Trappe & I.F. Alvarez in I.F. Alvarez et al. 1993 (‘1992’)
Gelbbraune TrüffelTuber nitidumVittadini 1831
Sporenarme TrüffelTuber oligospermum(Tulasne & C. Tulasne 1851) Trappe 1979
Kokosnuss-TrüffelTuber panniferumTulasne & C. Tulasne 1851
Chinesische Hohl-TrüffelTuber pseudoexcavatumY. Wang, G. Moreno, Riousset, Manjón & G. Riousset 1998
Flaumhaarige Zwerg-TrüffelTuber puberulumBerkeley & Broome 1846
Meerrettich-TrüffelTuber rapaeodorumTulasne 1843
Haselnussgroße TrüffelTuber regianumMontecchi & Lazzari 1987
Requiens TrüffelTuber requieniiTulasne & C. Tulasne 1851
Rotbräunliche TrüffelTuber rufumPollini 1816
Grafik übernommen vonThomas Wittich (www.trueffeljule.de)

Trüffeln kommen an wärmebegünstigten Standorten vor und leben dort in Symbiose mit Eichen und Haselnusssträuchern oder Buchen. Der Boden muss alkalisch, kalkhaltig und feucht, aber nicht zu feucht sein, sodass eindeutig helle und sonnige Plätze bevorzugt werden. Unter den Bäumen bildet sich ein sog. Brulet, das ist eine vegetationsfreie, runde Fläche: ein untrügliches Zeichen für das Vorhandensein der Mykorrhiza. Das Brulet entsteht deshalb, weil die Trüffeln Mineralstoffe und Wasser dem Boden in größerem Maße entziehen, als es dem Baum/Strauch alleine möglich wäre.

Kurzcharakteristik bedeutender Arten

Tuber aestivum (Sommertrüffel)

Es ist die in Europa am häufigsten vorkommende Art, man findet sie in den Sommermonaten bis in den Oktober hinein. Es ist die gleiche Art wie die Burgunder-Trüffel, man erkennt sie aber daran, dass das Fruchtfleisch heller ist und von relativ dicken Adern durchzogen ist. Diese Trüffel riecht leicht nach Knoblauch.

Tuber uncinatum (Burgundertrüffel)

Symbiose - 1
Hier sieht man sehr schün, wie die Trüffel symbiotisch mir der Wurzel verbunden ist. (c) 2016 H. Stüßer

Man erkennt sie an der tiefgefurchten, schwarzen Rinde, das Innere ist dunkel- bis schokoladenbraun. Die Adern sind weiß, dicht und verzweigt. Sie hat einen stark pilz- und haselnussartigen Geruch. Der Geschmack ist leicht bitter. Man findet sie von Oktober bis Februar/März.

Tuber brumale (Wintertrüffel)

Man kann sie zur selben Zeit wie den Burgundertrüffel finden, aber nicht beide am selben Standort. Das Fruchtfleisch ist etwas heller, sie hat einen leichten Muskatgeschmack, deshalb wird sie auch Muskattrüffel genannt. Man kann sie auch dadurch unterscheiden, dass sich die Oberhaut vom Fruchtfleisch bei einem reifen Exemplar leicht lösen lässt. Geschmacklich erinnert diese Trüffel auch an Knoblauch und Rüben oder vergorene Früchte, das schein standortabhängig u sein, denn die einschlägigen Angaben in der Literatur widersprechen sich teilweise.

Gencode der Perigord-Trüffel entschlüsselt

Im Jahr 2010 entzifferten Forscher des Nationalen Instituts für Agrarforschung in Frankreich den genetischen Code der  Perigord-Trüffel. Ziel ist es, eine Datenbank anzulegen, in der die Gen-Codes aller Trüffeln gespeichert werden. Damit ist es dann möglich, Fälschungen mit Sicherheit zu entlarven. Der Gen-Code wurde in der Zeitschrift nature veröffentlicht. Weitere Details kann man dort nachlesen.

Ein kleiner Film von Denise Stalder über die Trüffelsuche:

Biologie der Trüffel

Biologie der Trüffel

Die Keimung der Trüffelsporen ist in einem Beitrag hier schön dargestellt. Weitere interessante Trüffel- und Sporenbilder findet man auf dieser spanischen Seite  und auch hier.

Für das Leben der Trüffel sind einige andere Lebewesen interessant. An erster Stelle ist zu nennen:

Suillia gigantea oder Trüffelfliege

Leiodes Cinnamomea oder Trüffel-Käfer

Eine Leiodes-Bestimmungstabelle erleichtert die Bestimmung des Käfers sehr. Die Beschreibung der Morphologie und der Habitat-Ansprüche findet man hier. Sehr instruktiv ist der folgende Film:

Anlage einer Trüffelkultur

Anlage einer Trüffelkultur

Die Anlage einer Trüffelkultur wird hier ausführlich beschrieben. Man bekommt alle Informationen zu den Voraussetzungen für eine Trüffelplantage, die notwendigen Bodenverhältnisse, die Auswahl der Bäume, die Pflege …

Entscheidend ist die Wahl des Standorts für eine Trüffelkultur. Ob es dabei sinnvoll ist, nicht geeigneten Boden mit der tonnenweise Einbringung von Kalk in den Boden geeigneter zu machen, muss jeder selbst entscheiden. man liest von 18 Tonnen Kalk auf einem Hektar Land. Diese Vorgehensweise wird jedenfalls von auf Trüffelplantagen spezialisierten Firmen angeboten. Doch sollte man vorsichtig sein.  Es scheint in jedem Fall sinnvoller, eine Trüffelplantage auf dafür geeignetem Boden einzurichten.

Die Arbeit auf einer Trüffelkultur zeigt der folgende Film:

Die entscheidende Voraussetzung für das Gelingen einer Trüffelkultur ist das Vorhandensein der Mykorrhiza an den Wurzeln der Wirtsbäume. Dr. Jürgen Kutscheidt arbeitet mit der Technik der Mykorrhizierung seit 1985 und wendet diese Technik auch für Trüffel an. bei ihm kann man Mykorrhiza-Impfstoffe kaufen und anwenden.

Die Symbiose bei den Mykorrhizapilzen

Bäume und Pilze bilden eine ganz besondere Symbiose.  In der Erde sind die feinen Baumwurzeln und das Mycel untrennbar miteinander verwoben, bilden ein Geflecht, das Fachleute als Mycorrhiza bezeichnen. Wo bei diesem Mischwesen die Wurzel anfängt und der Pilz aufhört, lässt sich auf Anhieb nicht erkennen.

Sie beginnt mit der Photosynthese des Baumes, der Zuckerproduktion in den Blättern mit Hilfe des Sonnenlichts. Ein Teil des Zuckers wird in die Wurzeln geschickt, fördert deren Wachstum. Und jetzt kommen die Pilze ins Spiel:

Sie schicken Ausläufer zu den haarfeinen Baumwurzeln, umschließen sie wie mit einer Manschette und dringen dann ins Innere ein, zwängt sich zwischen den einzelnen Wurzelzellen hindurch und ein verblüffender Stoffaustausch beginnt:
Der Pilz zieht für sich überschüssigen Zucker aus den Wurzelzellen heraus und liefert im Austausch Wasser und Mineralstoffe an die Zellen, die der Baum dringend benötigt.
Pilz und Baum sind auf Gedeih und Verderb aneinander gekettet, ohne den einen stirbt auf die Dauer der andere.

Mycorrhiza II – Erkennung und Nährstofftransfer

Das Wort „Mykorrhiza“ bezeichnet die Symbiose der Wurzeln vieler Pflanzen mit verschiedenen Pilzen. Diese Pilze sind fast überall in unserer Umwelt vorhanden und unterstützen ihre Wirtspflanzen vor allem unter ungünstigen Lebensbedingungen. Dieses Video demonstriert, wie sich die Partner gegenseitig erkennen, welche Strukturen sie für den Austausch von Nährstoffen schaffen und welche Pflanzen von welcher Pilzgruppe besiedelt werden können.

 

Sehr informativ sind auch die folgenden Filme:

 

 

Trüffelinfos auf einen Blick …

Trüffelinfos auf einen Blick …

…. und zum Downloaden

Makroskopischer BestimmungsschlüsselIMG_0837

Chemische Analyse der Trüffel

Infos zu einzelnen Arten

Botanische Beschreibungen der Trüffeln (in Italienisch)

Trüffel kaufen

Vorträge:

Dr. Bernd J. Seitz, Rechtssituation des Burgundertrüffels und Spielräume für eine Nutzung

Dr. Holger Hunger, Naturschutz und Trüffelnutzung

Dr. Willy Tegel, Trüffelgeschichte in Deutschland

S. Brüning-Schmitz, Geologische Voraussetzungen in Deutschland

Bilder von Trüffelsporen

Technik der Mykorrhizierung: Dr. Jürgen Kutscheidt

Trüffel lecker zubereiten

 

In Deutschland suchen nur einige wenige Spezialisten nach Trüffeln. Das hat zwei Gründe: 1. ist die Suche auch in Deutschland zwar erlaubt, aber es gibt ein Entnahmeverbot nach dem BNatSchG, 2. ist das Suchen nach Trüffeln nicht mit der normalen Pilzsuche vergleichbar, weil sie unterirdisch wachsen und nur schwer zu erkennen sind. Im Folgenden stellen wir ihnen die klassische Suchmethode mit Hund vor, aber auch Alternativen:

Trüffelsuchhundeausbildung pro und contra

Trüffelsuchhundeausbildung pro und contra

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In der Schweiz, in Italien, Frankreich und Spanien ist es ohne jeden Zweifel sinnvoll, Hunde zu Trüffelsuchhunden auszubilden. Das Trüffelsuchen ist dort eine klare Erwerbstätigkeit und die Hunde sind Arbeitstiere. Der Lagotto Romagnolo ist der einzige Hund, der seit einigen Jahrzehnten zu diesem Zweck gezüchtet wird. Es wird großer Wert darauf gelegt, dass die Hunde ihre Fähigkeiten weitervererben. Dazu gibt es in Italien Wettbewerbe und viele Veranstaltungen, auf denen die besten Hunde prämiert werden. In Frankreich kennt man den Lagotto kaum, hier wird oft mit Labradoren gesucht oder anderen Rassen.

In den letzten Jahren werden in Deutschland aber auch vermehrt Kurse angeboten, die Hunden das Trüffelsuchen beibringen sollen. Nun gibt es in Deutschland die besondere rechtliche Situation, dass die Trüffeln zu den besonders geschützten Arten gehören und deshalb gilt nach dem BNatSchG  (§44: “(2) Es ist ferner verboten,

1.
Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten in Besitz oder Gewahrsam zu nehmen, in Besitz oder Gewahrsam zu haben oder zu be- oder verarbeiten
(Besitzverbote),
2.
Tiere und Pflanzen der besonders geschützten Arten im Sinne des § 7 Absatz 2 Nummer 13 Buchstabe b und c

a)
zu verkaufen, zu kaufen, zum Verkauf oder Kauf anzubieten, zum Verkauf vorrätig zu halten oder zu befördern, zu tauschen oder entgeltlich zum Gebrauch oder zur Nutzung zu überlassen,
b)
zu kommerziellen Zwecken zu erwerben, zur Schau zu stellen oder auf andere Weise zu verwenden

 

(Vermarktungsverbote).”)

Deshalb arbeiten auch die meisten Besitzer eines Lagottos in Deutschland mit dem Tier auf anderen Gebieten, wo auch einen gute Nase gebraucht wird: Vom Mantrailing bis zum Drogensuchhund sind mir Tiere bekannt, die mit großem Erfolg arbeiten. Hier kann man übrigens vielfältige Anregungen bekommen, wenn man nicht weiß, wie man seinen Hund mit Nasenarbeit beschäftigen soll/kann.

Die Hundeausbilder behaupten auch, jeder Hund könne Trüffeln suchen. Das mag theoretisch stimmen, bringt aber in der Praxis nicht viel. Man kann es damit vergleichen, wenn man sagt, jeder Mensch kann Klavier spielen, das stimmt theoretisch, aber erstens hat nicht jeder Lust dazu und zweitens möchte man manche auch gar nicht hören. Genauso ist es mit den Hunden. Tiere sind keine Maschinen, die man beliebig programmieren kann. Das ist eine falsche Vorstellung, die aber bei manchen unbewusst vorhanden zu sein scheint. Ich habe schon mit einigen Leuten gesprochen, die einen solchen Kurs gemacht haben, alle waren frustriert, denn der Hund funktionierte nicht so wie er sollte. Das Argument der Hundetrainer war dann immer, das liege nicht am Hund, sondern am Menschen….

Sollte man also in Deutschland Hunde zu Trüffelsuchhunden ausbilden? Alle Besonderheiten des Trüffelsuchtrainings beschreibt z.B. jemand aus Hessen.

Pro-Argumente

Herr und Hund bilden ein Team

Die Beziehung Hund – Mensch wird gestärkt

Der Hund wird sinnvoll beschäftigt

Mit Kursen für Hunde kann man Geld verdienen

Contra-Argumente

Trüffelsuchen ist in Deutschland nicht sinnvoll, weil man sie nicht mitnehmen darf

Es gibt genügend andere sinnvolle Beschäftigungen für die Nase

Bei alles Unternehmungen, die man mit dem Hund macht, wird die Beziehung gestärkt

Fazit

In über einem Jahr hat niemand ein neues Argument vorgebracht. Deshalb muss ich als Fazit feststellen: Eine Trüffelhunde-Ausbildung ist in Deutschland für die allermeisten Hundebesitzer sinnlos. Sinnvoll sind andere Beschäftigungen, die auf den Charakter des Hundes eingehen. Dafür gibt es in den vielen Hundeschulen in Deutschland Dutzende von Möglichkeiten: Das reicht vom Mantrailing bis zum Agility in allen seinen Formen.

 

Trüffelsuche ohne Hund

Trüffelsuche ohne Hund

Es muss nicht immer der Hund sein, mit dem Trüffel gesucht werden. Es gibt auch alternative Methoden, einige werden jetzt dargestellt:

Trüffel suchen mit dem Tast- und Geruchssinn:

Trüffelsuche mit der Wünschelrute

Trüffelsuche mit der Trüfelfliege:

Trüffelhund

Trüffelhund

“Ein Trüffelhund muss lebhaft, munter, aufmerksam und leidenschaftlich sein” (64) , so beschreibt es L. Castellucci in seinem Buch. Es gibt viele Hunde, denen man beibringen kann, Trüffeln zu suchen, aber es gibt nur eine Rasse mit dem Namen “Trüffelhund”: Es ist der Lagotto Romagnolo.

Eine der bekanntesten und renommiertesten Züchterinnen dieser Rasse ist Denise Stalder aus der Schweiz. Sie hat auch das einzige Buch über diese Hunderasse verfasst (vgl. Literatur).  Auf ihrer Homepage hat sie den Standard dieser Hunderasse veröffentlicht:

 

Standard Lagotto Romagnolo

Zucht

FCI-Standard Nr. 298 05.02.1999,

Von Dr. Antonio Morsiani und offiziell anerkannt von E.N.C.I im Jahre 1992, von der FCI im Jahre 1995

Wasserhund der Romagna

Ursprung: Italien.

Datum der Publikation des gültigen Original Standardes: 24.07.1996

Verwendung: Für die Trüffelsuche auf jedem Boden spezialisierter Hund.

Klassifikation FCI: Gruppe 8:  Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.

Sektion 3 Wasserhunde.

Verhalten und Charakter
Die Funktion des Lagotto besteht in der Trüffelsuche, die er mit Leidenschaft und Effizienz erfüllt, wobei er sich seine angeborene Neigung zur Suche und seinen ausgezeichneten Geruchssinn zunutze macht. Da sein Jagdinstinkt bei seiner Arbeit ausgelöscht ist, wird er nicht vom Wildgeruch abgelenkt und kann als einziger wirklicher Spezialist für die Trüffelsuche angesehen werden. Anspruchslos, intelligent, liebevoll, hängt sehr an seinem Herrchen und ist leicht abzurichten. Der Lagotto ist auch ein ausgezeichneter Warn- und Gesellschaftshund.

Weitere Informationen, auch über empfehlenswerte Zuchten, können Sie gerne erfragen. Für die Freund/innen dieser Rasse empfehle ich den 1. Lagotto Romagnolo Club Deutschland e.V..

Hier in diesem kleinen Film kann man/frau sehen, wie ein Lagotto sucht. Noch ein informativer Film:

www.gong.land/lagotto-romagnolo-trailer-documentario-81177/17885

Hier ist noch ein Film aus Italien. Wenige Wochen alte Welpen suchen schon – zusammen mit ihrer Mutter – erfolgreich Trüffel:

Sind alle Hunde Trüffelhunde?

Dass nicht alle Hunde Trüffelsuchhunde sein können, sieht man sehr schön an diesem Beispiel.

Dieser Pudel hat mit Erfolg gelernt, Trüffel zu finden, aber er hat keine Lust dazu, er macht viel lieber Späße, bei denen die anderen Leute lachen können. Das sieht man auf nebenstehendem Bild sehr schön. Während die anderen Hunde (Lagottos) fleißig arbeiten, zeigt er seine Kunststücke.

Aus dieser Erfahrung heraus kommen wir zu dem Schluss: Nicht jeder Hund hat Spaß am Suchen und nicht jeder Hund hat den Trieb, um erfolgreich und eine gewisse Zeit zu suchen. Es kommt also entscheidend auf den Charakter des Hundes und seine Erbanlagen an.

Deshalb sollte man/frau sich auch nicht zuviel von sog. Trüffelsuchhunde-Ausbildung, wie sie im Internet angeboten wird, versprechen. Nach meiner Erfahrung ist der Frust vorprogrammiert beim Menschen und man wird dann ja auch nicht dem Hund gerecht.

Zuerst ein Video, das einmal anschaulich zeigt, wie ein Hund seinen Geruchsinn benutzt:

 

 

 

Diese Frage möchte ich mit folgendem Vergleich beantworten: Kann jeder Mensch singen? Die Antwort lautet “JA”. Wollen alle Menschen singen? Nein. Genauso ist es mit den Hunden. Natürlich hat jeder Hund ein Riechvermögen, das 1000mal besser ist als unseres, er kann bestimmt Trüffeln riechen, aber er interessiert sich vielleicht nicht dafür. Dann hat es auch wenig Zweck, ihn dahin zu zwingen. Das Trüffelsuchen – sofern es erlaubt ist – sollte man berufeneren Hunderassen überlassen. (vgl. hierzu: Trüffelsuche)

Aber sicher. Das Wissen darum geriet leider in Vergessenheit. Warum, weiß man nicht, es gibt abenteuerliche Erklärungsversuche, aber keiner weiß es genau. Im Norden Europas sind schon in Finnland Trüffeln gefunden worden. Da in Deutschland die potentielle natürliche Vegetation (hpnV) ein Eichen-Hainbuchenwald ist, findet man überall, wo der Boden kalkreich ist auch Trüffeln.

Nein, im engeren Sinn des Wortes nicht, wie man etwa Champignons züchten kann. In Frankreich wurde allerdings ein Verfahren entwickelt, das man “Mykorizierung” nennt. Dabei werden mit Trüfffelsporen beimpfte Bäumchen ausgepflanzt. Mit dem Wachsen der Baüme und der Wurzeln wächst auch das Mycel und so entsteht die Voraussetzung für das Wachsen von Trüffeln.

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Trüffel-Fotos von Hanns Stüßer

Trüffel-Fotos von Hanns Stüßer

 

Alle Fotos © 2015 Hanns Stüßer

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